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Euphorische Resignation

24. August 2008, | posted by kluelz at 11:50:02 am | 1 Comment

Am Heumarkt 65 befand sich vor 160 Jahren die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung unter der Leitung von Karl Marx. Heute gibt es dort das Cafe Rosenow und eine in die Wand eingelassene Gedenktafel erinnert an das Organ der Demokratie, der seinerzeitigen Neuen Rheinischen Zeitung, eines der bedeutendsten Blätter der demokratischen Bewegung während der Revolution 1848/1849.

Seit 3 Jahren nun wird die Neue Rheinische Zeitung wieder herausgegeben, diesmal mit Sülzer Redaktionsadresse und anläßlich dieses Ereignisses dachte man sich den Kölner Karlspreis für engagierte Literatur und Publizistik aus. Dieser wurde vergangenen Freitag am ehemaligen Orginalschauplatz der Neuen Rheinischen Zeitung und also im Cafe Rosenow an Werner Rügemer verliehen.

Klaus der Geiger sorgte für die musikalische Untermalung dieses Ereignisses.

Ulla Lessmann, die sämtliche Bücher von Werner Rügemer rezensierte, hielt die Laudatio und führte aus, wie schwierig die Publikation sowohl von Werner Rügemers Büchern gewesen sei und auch ihre Rezensionen habe sie allenfalls in der Kölner Stadtrevue, nicht aber im Kölner Stadtanzeiger unterbringen können. Nichts desto trotz habe man Werner Rügemers Bücher gerade in bestimmten Vorstandsetagen sehr sorgfältig gelesen, wie die zahlreichen Prozesse um diese Bücher bewiesen. “Der Bankier: Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim” erscheint z.B. derzeit bereits in der 2. geschwärzten Übergangsauflage. Die den Kölner Klüngel beleuchtenden Bücher von Werner Rügemer seien zudem nicht etwa durch aufwendige Spionageaktionen entstanden, sondern einfach aus öffentlich zugänglichen Quellen und entsprechend richtig interpretiert zusammengestellt. Nach ersten Erfolgen hingegen bedienten sich später gar arrivierte journalistische Mainstream-Edelfedern bei Werner Rügemers Werken und schrieben ganze Passagen einfach ab. Ihr persönliches Lieblingsbuch von Werner Rügemer sei die eher kleine, nur 78-seitige Broschüre “Arm und Reich”, das einzige Buch von Werner Rügemer, um das es keine Prozesse gegeben habe.

Christian Heinrici, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung, moderierte die Preisverleihung und überreichte letztlich auch den Preis von 190 € sowie die Karl Marx Münze aus dem Jahr 1983 mit der Aufschrift “Wahrheit als Wirklichkeit und Macht” an den natürlich anwesenden Preisträger Werner Rügemer. 190 Jahre wäre Karl Marx in diesem Jahr geworden und so sei das Preisgeld sybmolisch auf 190 € festgesetzt worden und werde bei den nun jährlichen Verleihungen jeweils um 1 Euro erhöht.

Wenn im Jahr 2008 eine Neue Rheinische Zeitung, oder auch weh-weh-weh-en-er-ha-zet-de, wie Werner Rügemer sie wiederholt nannte, über Peter Kleinert mit dem Kaos Filmteam verbandelt ist, so wundert es sicher nicht, daß bei einer solchen Preisverleihung sowohl die Karl Marx Münze gefilmt wird und gleichermaßen, wie die Karl Marx Münze mit Werner Rügemer gefilmt wird.

Mit euphorischer Resignation habe er persönlich den Zusammenbruch der kommunistischen Staaten 1989 erlebt, führte Werner Rügemer während seiner Ansprache sodann aus und knüpfte damit den Bezug zu Karl Marx. Und gerade das habe ihn angespornt, entsprechende Fragen und Zusammenhänge näher zu beleuchten, zumal es schließlich nicht sein könne, daß ein einzelner Mann, nämlich Karl Marx, diese bereits allesamt geklärt habe. Auch sei er selbst kein Marxist [wie Karl Marx natürlich auch nicht - (Anmerkung von kluelz)] und da es sich letztlich so verhielte, daß selbst die Grünen und die Sozialdemokraten “uns” verraten, wolle er das Preisgeld und noch einiges mehr dazu verwenden, um eine Stiftung zum Erhalt respektive Wiederherbeiführung der Demokratie zu gründen.

Mit einem Aufruf zur Teilnahme an einer Solidaritätskundgebung anläßlich der fristlosen Kündigung des Sozialpädagogen des Bauspielplatzes im Friedenspark in der Kölner Südstadt, Gottfried Schweitzer, sowie einer abschließenden musikalischen Einlage, beendete Klaus der Geiger die Feierlichkeiten zur Preisverleihung. Eine ausführlichere Berichterstattung, samt Filmmaterial wird es sicherlich im nächsten Flyer der weh-weh-weh-en-er-ha-zet-de am kommenden Mittwoch geben.

Per Klick auf eins der in diesem Beitrag angezeigten Fotos gelangen Sie in den Sülz-Klettenberger Fotoblog mit weiteren Fotos von der Preisverleihung. Blättern Sie dort einfach per Klick auf die jeweilige Ansicht.

Comments

One Response to “Euphorische Resignation”

  1. Kölner Karlspreis 2010 - suelz-koeln.de
    Juli 21st, 2010 @ 12:24

    [...] Kölner Karlspreis, der in Anlehnung an Karl Marx verliehen wird, an Dr. Werner Rügemer — suelz-koeln.de berichtete. In diesem Jahr wird der Kölner Karlspreis an den promovierten Juristen und Schriftsteller [...]

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