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Kölner Löcher

8. Februar 2010, | posted by kluelz at 11:18:49 pm | 1 Comment

Er fotografiere eigentlich nur noch Löcher, resümierte der Sülzer Fotograf Eusebius Wirdeier während seiner Finissage zu seiner Ausstellung “Köln wie es ist – Eine fotografische Grubenarbeit 2002 bis 2010″ im Kölnischen Stadtmuseum am vergangenen Sonntag. Zunächst eben das so benannte “Kölner Loch”, später kam der U-Bahnbau dazu und vor einem Jahr dann noch das eingestürzte Historische Archiv.

Und wo Löcher oder Brachen sind, ist natürlich auch Rolf KeTaN Tepel dabei …

Finissage 'Eusebius Wirdeier: Köln wie es ist – Eine fotografische Grubenarbeit 2002 bis 2010' - Eusebius Wirdeier (rechts) mit Rolf KeTaN Tepel


… welcher durch seinen rot-weißen Aktionsschal sogleich den Bezug zum Schauspielhaus mit dazu steuerte.

Es sei gar angedacht gewesen statt des Kulturzentrums ein Einkaufszentrum an den Neumarkt zu setzen und seit 2007 sei es nun beschlossene Sache, daß eine Kunsthalle nicht in das Kulturzentrum integriert werde, führte Eusebius Wirdeier aus und schlug vor, eine solche dann doch im anderen Loch, nämlich an der Stelle des eingestürzten Historischen Archivs zu bauen, wo dann auch Raum sei für einen fehlenden Kammermusiksaal und einen Dokumentationsraum zum Archiv-Einsturz. In der sich anschließenden Diskussion kam sogleich die Idee auf, die bei einer Restaurierung statt eines Neubaus des Schauspielhauses einsparbaren Gelder dazu zu verwenden*.

Darüber hinaus befürchtete man in Anbetracht des von Eusebius Wirdeier beharrlich dokumentierten Kölner Lochs, daß es bei einem Abriß des Schauspielhauses dort ähnlich zugehen könne. Auch das Rautenstrauch-Joest-Museum sei bereits Anfang 2008 aus seinem alten Domizil am Ubierring ausgezogen um im Herbst 2008 die neuen Räumlichkeiten am Neumarkt zu beziehen, doch das ist nun frühestens in diesem Frühjahr möglich. Die ehemalige Josef-Haubrich-Kunsthalle hingegen liegt imho ja durch die Idee sogleich eine European Kunsthalle an eben dieser Stelle eigentlich zu bauen, erst mal völlig auf Eis und so versteht man sich seit Herbst 2007 zunächst als diskursive Plattform ohne eigenen Raum.

Mir persönlich fiel während der Ausführungen von Eusebius Wirdeier ja noch ein Kölner Loch auf, nämlich der einst bereits während der Nazizeit zwecks Straßenverbreiterung beschlossene Abriß des Kasinos. Schlösse man dieses Loch z.B. auf dem Gelände des ehemaligen Historischen Archivs, so könnte man damit vielleicht gar noch das ein oder andere Kölner Finanzloch stopfen. ;-)

Eusebius Wirdeier führte im Anschluß noch höchst kenntnisreich natürlich durch die Ausstellung “August Sander – Köln wie es war”:

Eusebius Wirdeier führt durch die Schau 'August Sander – Köln wie es war'


(Per Klick auf eins der in diesem Beitrag gezeigten Fotos, gelangen Sie in den Sülz-Klettenberger Fotoblog mit insgesamt 7 Ansichten von den Geschehnissen während der Finissage. Blättern Sie dort wie immer einfach per Klick auf die jeweils angezeigten Fotografen und sonstwie an Kölner Löchern Interessierten und seien es gegen Patientengartenlöcher protestierende stellvertretende Lindenthaler Bezirksbürgermeister.)
—–
*Mit einer Finanzierung von Baukosten ist es nur leider nicht getan. Solche Häuser verursachen nun mal auch Unterhaltskosten des laufenden Betriebs. In Zeiten, in denen vergleichbare Institutionen in anderen Städten gar geschlossen werden, dürften die Sterne für sowas auch in Köln denkbar schlecht stehen derzeit. Und was ist eigentlich mit dem Gerling-Gelände am Gereonshof? Könnte man nicht dort einer “European Kunsthalle” und einem Kammermusiksaal Raum geben?

Comments

One Response to “Kölner Löcher”

  1. Neue Impulse für das Waidmarktviertel - suelz-koeln.de
    Juni 17th, 2010 @ 22:00

    [...] Neue Impulse für das Viertel am Waidmarkt wünscht sich der Sülzer Fotograf Eusebius Wirdeier, wie bereits während seiner Ausstellung im Stadtmuseum geäußert — suelz-koeln.de berichtete: [...]

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    Foto: Ilonka Bremke

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    Foto: Wolfgang Weimer

    © VKKBA / Foto: Wolfgang Weimer

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