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Ommel und Bommel im Brunosaal

29. Juni 2011, | posted by kluelz at 10:02:11 am | 1 Comment

Eine Mischung aus Kabarett und Comedy gab es vergangenen Freitag im Brunosaal, weshalb die Sülz-Klettenberger Kabarettnacht nun auch Kleinkunstnacht heißt. „Das möchte ich Dir vor allem wegen Anny Hartmann sehr empfehlen“, meinte Wolfgang Weimer vorab zu mir und so machte ich mich auf, um nach langem auch im Brunosaal wieder mal dabei zu sein.

Und mit der teilweise in Sülz lebenden Anny Hartmann startete die Kleinkunstnacht dann auch sogleich und lieferte bestes politisches Kabarett aus ihrem neuen Programm „Humor ist, wenn man trotzdem wählt“.

Anny Hartmann im Brunosaal, © VKKBA / Foto: Wolfgang Weimer

Hierbei legt die studierte Volkswirtin im Plauderton ihren Finger in die Wunden gesellschaftlicher Missstände mit deutlichem Schwerpunkt auf alles, was mit Geld zu tun hat und hat dabei auch noch ein Bonussystem für mitarbeitende Kabarettgäste im Gepäck, denen sie nach erfolgtem Feedback Schokolädchen zuwirft. Und so durften wir die Posse um die 5-Euro-HartzIV-Erhöhung nochmal im Brunosaal erleben oder Ursula von der Leyens „warme, warme, warme“ Mahlzeiten im Bildungspaket, „auf dass man die soziale Kälte nicht so spüre“. Josef Ackermanns Monatssalär wurde veranschaulicht und „wenn er ja ein bisschen sparsamer wäre, könnte er Griechenland allein retten“. Auch zeigte sie uns den tatsächlich mit dem Quandt-Medienpreis 2011 wegen der Griechenlandberichterstattung preisgekrönten Wirtschaftsteil der Bildzeitung, ein Minischaukästchen auf Seite 3, verriet uns, dass es ihr in den 5 Jahren als Sparkassenangestellte ergangen sei, wie dem kleinen Jungen bei Sixth Sense: „Ich sehe Tote“ sowie – frenetisch vom Lebensgefährten und Veranstalter [Kultus Köln, Thomas Schweinsberg] beklatscht – dass man sie nach ihrem Wechsel ins Kabarett zwar gefragt habe, ob man denn davon leben könne, zuvor hingegen nie, ob sie denn damit leben könne. Auch das BGE – bedingungslose Grundeinkommen war Thema – vor allem die Haltung der Deutschen dazu. Diese seien zu 80 % der Ansicht, dass sie dennoch weiterarbeiten würden, während sie das von ihrem Nachbarn allerdings nicht annähmen.

Anny Hartmann übernahm, wohl auch, weil sie in der Kleinkunstszene auch als Regisseurin arbeitet, darüber hinaus die Moderation des Abends.

Der zwischenzeitlich graumelierte Kölner Comedian Johannes Flöck präsentierte Auszüge aus seinem neuen Programm „Auch Jünger werden älter“.

Johannes Flöck im Brunosaal, © VKKBA / Foto: Wolfgang Weimer

Hierbei geht es vor allem über die zunehmende Vergesslichkeit und die Folgen: „Man stelle sich vor, Gott hätte vergessen die Frau zu erschaffen. Die ganze Welt wäre Köln.“

Die mit dem deutschen Kleinkunstpreis 2011 ausgezeichneten „Ulan & Bator“ mussten nach der Pause nur ihre Bommelmützen …

Ulan & Bator im Brunosaal, © VKKBA / Foto: Wolfgang Weimer

… aufsetzen und schon begann bei einer Reihe von Gästen ein nicht enden wollendes Dauerkichern. Ja und da hatte ich mich vorab im Internet viel zu kurz mit den Beiden, die sich nicht mal einigen wollen, da irrelevant, wer von ihnen denn nun eigentlich Ulan und wer Bator ist, beschäftigt, denn mit etwas mehr Zeit entpuppen die beiden völlig neues Kabarett. Das alles ist eine Mischung aus Stand-Up, absurdes Theater, Slapsticks und Dada, wobei sie sowohl mit Sprachspielereien, aber auch dem Klang der Sprache und Phantasiesprache arbeiten und zum großen Teil einfach improvisieren. Im Brunosaal spielten sie u.a. mit dem Publikum z.B. Vogelraten. Hierbei lagen die Zuschauer bei der stets für alle Vögel geltenden Charakterisierung natürlich stets falsch. „Ommeln“, antwortete sodann folgerichtig auch einer am Ende, was dazu führte, dass sich die Beiden hinter dem Vorhang laut über die Klettenberger und ihre Sprachschöpfungen beömmelten.

Ganz großes Kino jedenfalls die Beiden, die darüber hinaus auch bestens schauspielern und sich selbst auf ihrer Webseite beträchtlich treffender portraitieren:

„Ulan und Bator sind dadaistische Engel, außerirdische Propheten oder einfach beim Freigang ausgebrochen? Ulan und Bator sind alles, unter anderem Religionsstifter, Kriegsserien-Darsteller, Musikanten, Radioköche, Schamanen, Mutter, Cops, Elke, Jesus, Usbeken … und – nicht von dieser Welt. Das klingt absurd, verwirrend, komisch? Ist es auch!“

Linktipps:
ulanundbator.de
johannes-floeck.de
annyhartmann.de
… und wer bei YouTube surft, findet da auch einiges von den Comedians/Kabarettisten der 3. Sülz-Klettenberger Kleinkunstnacht.

(Leider fehlen zu diesem Beitrag noch die von Wolfgang Weimer erstellten Fotos. Diese reiche ich nach, sobald ich sie vorliegen habe.)

Nachtrag 2. Juli: 42 Szenenfotos von der Sülz-Klettenberger Kleinkunstnacht 2011 können Sie per Klick auf die in diesem Beitrag nachgetragenen Fotos im entsprechenden Beitrag des Sülzer Kulturbildarchivs einsehen.

Comments

One Response to “Ommel und Bommel im Brunosaal”

  1. Sülzer Kulturbildarchiv » Blog Archiv » 3. Sülz-Klettenberger Kleinkunstnacht
    Juli 2nd, 2011 @ 20:44

    […] Lesen Sie dazu auch den Bericht auf suelz-koeln.de: Ommel und Bommel im Brunosaal […]

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