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Unsere neue Veedelsbühne

9. September 2012, | posted by kluelz at 1:51:21 pm | 1 Comment

„Wir sind nicht zufrieden, wir sind glücklich“, antwortete ich Wilhelm von der Gathen, den ich am 2. September kurz vor Schluss des Festes noch an der Weinschmeckerei antraf und sich bei mir stellvertretend für das gesamte Orgateam …

Fotos von der Veedelsbühne vom Carréefest, Fotoblog suelz-koeln.de

… nach unserem Befinden erkundigte. Seine Mimik verriet bereits, dass auch er die neue Veedelsbühne für einen vollen Erfolg hielt, denn er hatte natürlich mehrfach geschaut, wie das bei uns so lief und meinte dazu, dass es da ja zeitweilig gar kein Durchkommen mehr gegeben habe.

Am 31. August und also tags zuvor waren wir regelrecht ein wenig aufgeregt und schrieben uns unter dem Titel „Es geht los!“ letzte Messages, wer da noch was zu berücksichtigen oder keinesfalls vergessen dürfe, auch wurden letzte Requisiten besorgt. „Sagte ich, dass ich einen Holzstuhl brauche?“, schrieb Barbara Ruscher mir in einer privaten Message auf Facebook. „Holzstuhl? Sie sagten Bürostuhl.“ „Ich brauche einen Bürostuhl UND einen Holzstuhl“, kam es zurück.

Und dann ging es wirklich los und zwar aufs Allerfeinste. Wie im Urlaub in Borkum während eines Kurkonzertes auf der Strandpromenade kam ich mir vor, als das sinfonische Blasorchester der Rheinischen Musikschule bei bestem Wetter zu spielen begann. Es fehlte zwar das Meer, aber dafür war unser Orchester beträchtlich besser, denn welche Kurverwaltung kann sich schon ein 45-köpfiges Orchester leisten? Wir uns natürlich auch nicht, unbezahlbar so was und das Orchester spielte für das Veedel natürlich kostenlos.

Und so waren wir von Anbeginn glücklich und zufrieden, die Musiker ganz offensichtlich auch und auch das Publikum:

Fotos von der Veedelsbühne vom Carréefest, Fotoblog suelz-koeln.de

„Ich wollte einmal meine herzlichen Glückwünsche aussprechen zu dieser gelungenen Veedelsbühne. Dieses Mal konnte, nein, wollte man – als Anwohner gerne die Fenster auflassen.“ hieß es später auch in einer Mail. Weitere Anwohner berichteten: „Früher haben wir während des Carréefestes das Weite gesucht, diesmal haben wir unsere Freunde angerufen, dass sie unbedingt kommen sollen“ und auch die Presse lobte die neue Veedelsbühne regelrecht überschwänglich.

Absolut alle 21 auftretenden Gruppen mit insgesamt über 300 Musikern, Chormitgliedern, Schauspielern, Kabarettisten, Poetry Slammern und Tänzern gaben ihr Bestes, hatten allesamt ein zahlreiches Publikum und das bis zu den Schlußauftritten an den beiden Tagen. Das mehrheitlich aus dem Veedel kommende Publikum spendete begeistert Zwischenapplaus und Bravorufe, was Barbara Ruscher gar während ihrer Vorstellung, in der sie die Sülzer zu unserem größten Vergnügen heftigst auf die Schippe nahm — „hier sitzen die Karnickel auf den Wiesen und kriegen Komplexe“ — abfragte. Fast alle hoben ihre Hände bei der Frage, wer denn aus Sülz komme und nur drei Arme gingen bei der Gegenfrage hoch.

Auch unsere Gruppen kamen weitaus früher auf das Fest, als es für die Auftritte nötig war und blieben im Anschluss z.T. noch viele, viele Stunden, weil sie sich einfach pudelwohl im neuen Veedelsbereich an der Veedelsbühne fühlten und zumindest einige der weiteren Gruppen auch erleben wollten. Ja, bei den Chören beobachte ich gar, dass die „Konkurrenz“ während der Auftrittstermine der anderen Chöre neugierigst spinxten. Auch unsere im Veedel ansässigen Politiker kamen mehrfach und ausgiebig zum Fest und das samt NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans:

Fotos von der Veedelsbühne vom Carréefest, Fotoblog suelz-koeln.de

Es gibt allerdings durchaus Sülzer, die sich unsere Veedelsbühne nicht mal mit dem „Arsch“ ansahen und eher die große Showbühne bevorzugen, sich dort auch verabredeten, um sodann zu monieren, dass dort eher die Zollstocker anwesend waren, gleichwohl es natürlich keineswegs ausschließlich Zollstocker sind, welche die große Bühne bevölkern, sondern die Straßenfestbesucher aus ganz Köln. „Nennt mich Asi, aber ich würde auch eher zur großen Showbühne gehen“, so gar … egal – es gibt eben Sülz und Sülz und Sülz und Sülz und imho soll ja auch alles Andere so bleiben, damit eben alle auf ihre Kosten kommen, wenngleich ich mir noch eine etwas stärkere Beteiligung der Sülz-Klettenberger Geschäfte wünschen würde sowie, dass für die große Bühne auch die Modenschauen sowie die Auftritte der Ballettschulen angekündigt werden.

Unser Ansinnen war, den bisher wenig frequentierten Bereich auf der Berrenrather Straße/Nikolausplatz für die Sülz-Klettenberger mit den Kulturschaffenden aus dem Veedel zu beleben während des Festes und damit für ein bisher wenig begeistertes Publikum des Carréefestes einen Bereich zu schaffen, den sie mögen — zumal der vom Veedel bisher bevorzugte Treff um die Weinschmeckerei stets und auch weiterhin aus allen Nähten platzt — und das ist wunderbar gelungen. Auch bei Mitarbeitern von XII Apostel, die ja überhaupt erstmalig das Carréefest erlebten, regte sich anfänglich etwas Unmut, da man meinte, dass zu so einem Straßenfest doch Schlager gehörten: Spätestens bei dem hypergenialen Auftritt von Nastja & die Orloves hingegen kam: „Das war wirklich, wirklich klasse“ und am Folgetag hörte man gar gebannt Schillers Gallensteinen zu:

Fotos von der Veedelsbühne vom Carréefest, Fotoblog suelz-koeln.de

Wir vom Orgateam möchten uns hiermit nochmals bei allen Auftretenden, Sponsoren — Fricke Stiftung, ISK, suelz-koeln.de, INsülz & klettenberg, Zimt & Rosen, Bezirksvertretung Lindenthal — und sonstigen Unterstützern bedanken, so z.B. auch bei St. Nikolaus, die uns die Nikolausstube zur Verfügung stellte, wo sich der ein oder andere Chor einsang und die Sölzer Ringeldüvjer sich umkleiden konnten oder bei Mikes Bikes, der flugs die Fläche vor seinem Geschäft für das sinfonische Blasorchester frei machte, die letztlich doch nicht von der Bühne verdeckt auf dem Nikolausplatz spielen wollten und gar noch den Strom für den Verstärker für das Kontrabass spendierte sowie natürlich für die gute Zusammenarbeit mit dem Gesamtveranstalter Wilhelm von der Gathen samt seinen Sponsoren. Die Bühne samt einer Grundausstattung der Technik erhielten wir so kostenlos, mussten uns um Sachen wie Sicherheitsauflagen, Nachtbewachung oder Gema nicht kümmern. Ansonsten ließ er uns einfach nach unserem Gutdünken machen und hatte aber immer ein offenes Ohr und Tipps, wenn wir noch was brauchten, das am besten durch ihn zu bewerkstelligen war. Dank auch an Rike Wagner, die an beiden Tagen ganz hervorragend die Moderation übernahm sowie an die Gruppe „Wir in Sülz-Klettenberg“, die unsere Programmübersichtskarten an den Tagen vor dem Fest in viele Briefkästen steckte und auf der Straße, auf den Wochenmärkten und in Geschäften verteilte und hierbei bereits vorab die Rückmeldung gaben, dass unsere Karten sehr gefragt seien. Und letztlich danken wir natürlich auch dem Kölner Kulturbildarchiv, das fleissigst mit dafür sorgte, dass wir ein sehr umfangreiches, wenngleich nicht komplettes Fotomaterial hier zeigen können, wobei letzteres allerding meine Schuld war.

Und eigentlich wollte ich ja explizit absolut jeden Auftritt noch extra hier auf suelz-koeln.de würdigen, nur wird das dann wohl doch zu viel und die zahlreichen Fotos sprechen ja nun auch für sich. Hier also noch mal die Links zu sage und schreibe insgesamt 286 Fotos vom Carréefest 2012:

156 Fotos zur Veedelsbühne im Sülzer Kulturbildarchiv
68 Fotos zur Veedelsbühne im Sülz-Klettenberger Fotoblog
62 Fotos von Wolfgang Weimer, Kölner Kulturbildarchiv, vom Carréefest

Im kommenden Jahr möchten wir eine solche Veedelsbühne auf jeden Fall wiederholen. Das Carréefest findet 2013 am 31. August und 1. September und zwar dann erstmalig ohne verkaufsoffenen Sonntag statt, weil das erste Septemberwochenende generell nicht mehr für einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt wird. Im Veedel werden wir dann den dritten verkaufsoffenen Sonntag im Dezember erleben dürfen.

Und auch wenn wir das Programm der Veedelsbühne in diesem Jahr absolut genial und passend fanden, werden wir einige Gruppen austauschen müssen und in späteren Jahren wieder einmal bitten. Es werden zum Ferienende wohl eh nicht alle können und darüber hinaus möchten wir weiteren Gruppen aus dem Veedel Gelegenheit geben, sich auf der Veedelsbühne zu präsentieren, solche, die gesundheitsbedingt absagen mussten, für die wir keinen Platz mehr fanden oder solche, die auf Grund von Abiturabschlüssen und damit ausscheidenden Gruppenmitgliedern sich erst wieder neu formieren müssen. Darüber hinaus haben wir ja auch noch viele weitere Kabarettisten und Chöre im Veedel.

Ich persönlich machte lediglich ein einziges Manko bei den Auftritten auf der Veedelsbühne aus: Die Chöre kamen zu leise rüber und zwar allesamt. Während ich z.B. beim ersten Sölzer Fest em Veedel auf der Zülpicher Straße unsere Mondays bereits von weitem hören konnte – auf dem Carréefest sind einfach viel mehr Menschen unterwegs und das bedarf einer stärkeren Unterstützung der Chöre. Vielleicht müssen wir hier eine Reihe von Mikros von oben auf die Bühne hängen? So jedenfalls ein Tipp eines ebenfalls begeisterten Zuhörers während eines kurzen Zwischenstopps auf dem Nachhauseweg vor dem Berrenrather Hof.

Comments

One Response to “Unsere neue Veedelsbühne”

  1. Sülzer Kulturbildarchiv » Blog Archiv » Carréefest 2012
    September 19th, 2012 @ 13:39

    […] Lesen Sie dazu auch den Artikel auf suelz-koeln.de: Unsere neue Veedelsbühne […]

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